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Video über den Schwefelabbau am Kawah Ijen

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Hinzugefügt von Marc Szeglat März 30, 2017

Die Vulkane Javas bringen nicht nur Schrecken über das Land, sondern sorgen auch für fruchtbare Böden und liefern wertvolle Rohstoffe.
Auf dem Dieng-Plateau zeugen zahlreiche Mudpools und Kraterseen von der Hitze des Erdinneren, mit der hier auch ein kleines Geothermalkraftwerk betrieben wird.
In Ostjava liegt der Vulkan Kawah Ijen. In seinem Krater befindet sich ein großer Säuresee und ein Fumarolenfeld, in dem Gase mit einer hohen Schwefelkonzentration austreten. Die heißen Dämpfe der Fumarolen werden in einem Rohrsystem zum Ufer des Säuresees geleitet, wo der Schwefel dann aus den Gasen kondensiert. Um diesen Prozess zu beschleunigen werden die Rohre mit Wasser gekühlt. In Handarbeit wird der Schwefel abgebaut. Die Minenarbeiter sind spartanisch ausgestattet: mit rostigen Brecheisen und einfache Eisenstangen brechen sie den Schwefel aus der Kraterwand. Den ätzenden Gasen sind sie schutzlos ausgeliefert; ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase gewickelt soll ihre Lungen schützen, was natürlich nicht der Fall ist. Das viele Arbeiter hier Blut husten ist ein offenes Geheimnis. Gasmasken sind zu teuer und werden höchstens vom Vorarbeiter getragen. Die Kleidung der Männer ist zerlumpt, die Säure frisst große Löcher in den Stoff. So steigen sie Tag für Tag in den Krater und portionieren den Schwefel in handliche Stücke. Diese werden in zwei Körbe geladen, die von den Arbeitern an einer Stange über der Schulter die steilen Kraterwände hinauf geschleppt werden. Bis zu 70 kg schwer sind die Körbe, die aus dem 250 Meter tiefen Krater, bis zur 3 km entfernten Verladestation getragen werden. Eine harte, gefährliche und gesundheitsschädigende Arbeit, aber eine, die Geld bringt und den Arbeitern ein Leben in -vergleichsweise- gesicherten Verhältnissen ermöglicht. Pro Ladung verdienen die Arbeiter ca. 2,50 Euro. Maximal schaffen sie 2 Touren am Tag. Bei uns würde unter diesen Umständen allerdings niemand arbeiten.