Video: Ol Doinyo Lengai in Tansania

Hinzugefügt von Marc Szeglat September 05, 2007

Der Vulkan Ol Doinyo Lengai liegt im ostafrikanischen Riftvalley unweit der Serengeti. Für das Hirtenvolk der Massai ist der Vulkan heilig. An seinem Gipfel soll der Gott Engai wohnen. In Krisenzeiten opfern die Massai ihrem Gott Milch, oder sogar eine Ziege.
Dieses Video stammt von unserer Expedition im Frühjahr 2006. Chris Weber von VEI organisierte eine Reise nach Tansania. Mit dabei waren Christian Falk und Marko Schmiedel. Christian ist fast blind und für ihn stellte der anstrengende Aufstieg eine besondere Herausforderung dar, die er mit Hilfe von Chris sehr gut meisterte.
Natürlich klappte diese logistisch anspruchsvolle Tour nur Dank unserer Träger aus den umliegenden Dörfern. Sie schleppten die schweren Lasten nicht nur in Zuckersäcken, sondern auch mit Hilfe von Transportsäcken von Tatonka.
Im Krater des Lengais bildeten sich zahlreiche Hornitos. In diesen Schornstein ähnlichen Türmen kocht die kälteste Lava der Welt. Sie wird Natriumkarbonatit genannt und hat einen Schmelzpunkt von ca. 500 Grad Celsius. Damit ist die Lava des Götterberges etwa nur halb so heiÃč wie normale Lava.
Während unseres 5-tägigen Aufenthaltes am Krater brodelte in einem aufgebrochenen Hornito ein kleiner Lavasee. Zudem kam es zur spontanen Bildung kleiner Lavafontänen. Ein zweiter Hornito platze auf und entlieÃč einen schnell flieÃčenden Lavastrom. Am Ende des Aufenthaltes bildete sich über den Lavasee ein neuer Hornito.
Der Lengai wird in seiner Gefährlichkeit oft unterschätzt. So kam es hier regelmäÃčig zu dramatischen Unfällen mit schweren Verbrennungen. Die Lava flieÃčt sehr schnell und da sie nicht glüht ist sie nachts praktisch unsichtbar. Dünne Krusten gaukeln stabilen Boden vor, doch darunter gähnen tiefe Abgründe.
Im Frühjahr 2008 kam es am Lengai zu einer Serie starker explosiver Eruptionen. Die Krater-Plattform wurde zerstört und es entstand ein neuer Schlackenkegel. In seinem tiefen Schlund brodelt nun wieder die Kälteste Lava der Welt, doch sie ist für Vulkanwanderer unerreichbar.

Informationsstand 2017